Wir für den Menschen

Praxiserfahrung in Indien erweitert den Blick

Würzburg I 20.09.2017

Um wertvolle Erfahrungen reicher, vor allem aber wohlbehalten sind die drei Würzburger Pflegeschülerinnen Julia Schmöller, Katharina Lychowid und Lou-Marie Gershoff nach ihrer sechswöchigen Praxiserfahrung am Nityaseva Hospital in Shevgaon in Indien nach Hause zurückgekehrt. Und nicht nur das: Inzwischen haben sie auch ihre staatlichen Prüfungen mehr als erfolgreich absolviert. Sie hatten also allen Grund zu feiern und den Mitschülern von der Würzburger Krankenpflegeschule der Schwesternschaft München vom BRK e.V.im festlichen Rahmen von ihren Erfahrungen in der indischen Krankenpflege zu berichten.

Die letzten Wochen und Monate hatten es für die drei tatsächlich in sich. Neben den zum Teil nervenaufreibenden Vorbereitungen auf ihren Einsatz in Indien galt es, die schriftlichen und praktischen Prüfungen in der Gesundheits- und Krankenpflege abzulegen. Nur wenige Tage danach saßen sie dann schon im Flugzeug nach Mumbai, um von dort aus in die Mitte des Subkontinents zu reisen und in Shevgaon sechs Wochen lang praktische Pflegeerfahrung zu sammeln und in die fremde Kultur einzutauchen. Es wurde ein ebenso lehrreicher wie anstrengender letzter Abschnitt ihrer Pflegeausbildung. Kapazitäten zum Lernen für die mündlichen Prüfungen blieben nicht, gleichwohl erzielten alle drei nur zwei Wochen nach ihrer Rückkehr ausgezeichnete Ergebnisse. Umso bemerkenswerter, da nach der Landung nicht etwa Ruhe und freie Zeit auf dem Programm standen, sondern ein letzter Einsatz im deutschen Pflegebetrieb.

Stefan Kolbert, stellvertretender Schulleiter und Projektverantwortlicher an der Würzburger Krankenpflegeschule der Schwesternschaft München, ist sich bewusst, dass es noch eine Weile dauern wird, bis die vielfältigen Eindrücke aus dem indischen Pflegealltag und Leben bei den frischgebackenen Pflegekräften sortiert, eingeordnet und vollständig angekommen sind, dennoch verbucht er die erstmalige Umsetzung des Projekts als vollen Erfolg: „Unsere Schülerinnen sind nicht nur gesund und munter, sondern auch mit einem erkennbar geweiteten Blick aus Indien zurückgekehrt. Sie haben dort einen für uns auf den ersten Blick vielleicht befremdlichen, sehr pragmatischen Umgang mit Leben und Tod kennengelernt und erkannt, dass auch mit eingeschränkten Mitteln dort Großes in der Pflege geleistet wird. Sie können heute gelassener mit vielen Situationen umgehen und werden sicherlich dauerhaft von diesen Erfahrungen profitieren, auch wenn es ihnen wahrscheinlich momentan noch am nötigen Abstand für eine abschließende persönliche Beurteilung fehlt."

In einem emotionalen Vortrag arbeiteten Julia Schmöller, Katharina Lychowid und Lou-Marie Gershoff ihre Erlebnisse vor dem zur Feierstunde erschienenen Publikum auf. Sie berichteten von beeindruckenden kulturellen Besonderheiten und arbeitsreichen Tagen, an denen sie ihren Beruf aus einer völlig neuen Perspektive wahrnehmen konnten. Als Bereicherung empfinden alle drei den Indien-Aufenthalt rückblickend, eine Erfahrung, die keine von ihnen missen möchte. Abgefallen ist die Anspannung der letzten Monate jedoch noch nicht, weshalb sie sich jetzt wie ihre Mitschüler, die ebenfalls alle die staatlichen Prüfungen bestanden haben, auf den wohlverdienten Urlaub freuen.