Startklar für die Pflegefachhilfe
Würzburg I 10.09.2026

Bianca Behm ist bereits seit 14 Jahren als ungelernte Hilfskraft in der Einrichtung Keesburger Pflegedienst GmbH in der Pflege tätig. Nun möchte die 45-Jährige endlich eine Ausbildung als Pflegefachhelferin absolvieren. Sie gehört zu den Quereinsteigern in den Pflegeberuf, die von der finanziellen Unterstützung der AZAV Förderung der Agentur für Arbeit profitieren. Behm berichtet, dass sie nun, da ihre Kinder etwas älter sind, die Zeit gefunden hat, den Beruf, den sie bereits seit vielen Jahren ausübt, von Grund auf zu erlernen. Nach der Ausbildung zur Pflegefachhelferin möchte sie gerne den nächsten Schritt gehen und auch die Ausbildung zur Pflegefachfrau absolvieren. Auf die Frage, wie es ihr nach den ersten Ausbildungstagen geht, antwortet sie: „Es war eine richtig gute Wahl, an diese Schule gekommen zu sein.“ Sie fühlt sich wohl und gut aufgenommen. Nach ihrer langjährigen praktischen Tätigkeit ist die Umstellung auf das Zuhören und Lernen im Unterricht für sie allerdings noch etwas ungewohnt.
Insgesamt sind es elf Frauen und sechs Männern im Alter von 15 bis 47 Jahren, die an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Würzburg in die einjährige Ausbildung starten. Die stellvertretende Schulleiterin Maria Szobries berichtet von elf Nationen, die gemeinsam im Klassenzimmer in der Würzburger Kapuzinerstraße sitzen. „Von Afrika, Marokko, Indien, Peru, Syrien, über Afghanistan, Kasachstan und Deutschland - die sprachliche und kulturelle Vielfalt ist groß.“
Bevor es Anfang Oktober in die Praxis geht, trainiert das gesamte Lehrerkollegium mit dem Pflegenachwuchs intensiv Grundpflegetechniken und vermitteln theoretisches Grundlagenwissen. „Unsere Auszubildenden kommen erstmals alle von externen Kooperationspartnern“, erklärt Szobries. „Das bedeutet, dass die angehenden Pflegefachhelfer:innen einen Vertrag mit einem unserer Partner schließen - so wie Bianca Böhm mit der Keesburger Pflegedienst GmbH.“ Andere Auszubildende kommen von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen wie dem BRK-Kreisverband Kitzingen oder von der Caritas Würzburg/Kitzingen. Neu ist die Kooperation mit dem AWO Bezirksverband Unterfranken, der sechs Auszubildende stellt. „700 Stunden Theorie bei uns in der Pflegeschule, 850 Stunden Praxis in den Einsatzfeldern“, erklärt Szobries das Prinzip der dualen Ausbildung. Nach einer zweiteiligen staatlichen Prüfung wartet das Diplom als Pflegefachhelfer:innen mit Schwerpunkt Altenpflege. Prüflinge mit erfolgreichem Abschluss können sogar eine auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau anschließen.
Zum 1. Januar 2027 tritt die Reform der Ausbildung in Kraft: Pflegefachassistenz wird künftig 18 Monate dauern, statt wie bisher zwölf. „Pflegefachhelfer unterstützen pflege- und hilfebedürftige Menschen, führen Grundpflege und Prophylaxen fachlich qualifiziert durch und sind die rechte Hand der generalistisch ausgebildeten Pflegefachpersonen“, erklärt Schulleiterin Pia Donnert-Brehm. Diese dreijährig ausgebildeten Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sind befähigt zur Pflege und Betreuung aller Generationen - vom Säugling bis zum alten Menschen. „Die Pflegefachassistenz ebenso generalistisch auszubilden, sei ein logischer Schritt“, meint Donnert-Brehm. Die Altersspanne der neuen Auszubildenden zeige, dass es für eine Pflegekarriere nie zu spät ist. „Die Pflegefachhilfe bzw. die Pflegefachassistenz ab dem kommenden Jahr bietet einen tollen Einstieg - nicht nur für Schulabgänger, auch für Quereinsteiger oder Umschüler“, versichert sie. Anfragen zur Pflegefachassistenz-Ausbildung beantwortet sie gerne bereits jetzt unter der Mailadresse pflegeschule-wuerzburg@swmbrk.de.
Das Team der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Würzburg wünscht dem aktuellen Kurs viel Erfolg und freut sich darauf, alle bis zum Ausbildungsabschluss begleiten zu dürfen.
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